Zwischen Elefanten, Pinguinen und zwei Ozeanen – Südafrika mit Baby und Kleinkind
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Wir stehen oben auf dem Tafelberg. Unter uns liegt Kapstadt, das Wasser der Tafelbucht glitzert, der Lion’s Head streckt sich spitz in den Himmel, und irgendwo da unten – zu weit weg, um es zu sehen, aber nah genug, um es zu wissen – treffen Atlantik und Indischer Ozean aufeinander. Der Große rennt sofort zum Rand und will alles auf einmal sehen. Das Baby schläft in der Trage. Und ich denke: Das hat also funktioniert.
Drei Wochen Südafrika mit Baby und Kleinkind. Mit einem Langstreckenflug, einem Mietwagen, sechs Unterkünften und dem täglichen Jonglieren zwischen Schlafrhythmus, Sandstrand und Pirschfahrt. Ob das eine gute Idee war? Kurze Antwort: ja. Die längere folgt hier.
| ℹ️ KURZ & KNAPP 📍 Region: Kapregion, Garden Route, Kapstadt 📅 Reisezeit: Dezember (südafrikanischer Sommer) 👨👩👧👦 Kinder: Baby (6 Monate) & Dreieinhalbjähriger 🚗 Fortbewegung: Mietwagen, alles vorab gebucht ⏰ Zeitverschiebung: kaum – kein Jetlag, kein verschobener Rhythmus ⭐ Für Familien geeignet? Ja – wenn man realistisch plant |
| ⚠️ Wichtig zu wissen: In Südafrika herrscht Linksverkehr. Die ersten Kilometer bewusst langsam angehen – am besten tagsüber. |
- Was genau bei uns im Koffer war, haben wir in unserer Südafrika Packliste für Familien mit Baby und Kleinkind zusammengestellt.
- Der Langstreckenflug mit Baby und Kleinkind ist eine eigene Herausforderung. Unsere Handgepäcktipps erhältst du hier: Handgepäck-Guide für Familien.
Warum Südafrika – und warum die Kapregion?
Die Kapregion ist malariafrei, gut erschlossen und fühlt sich infrastrukturell überraschend unkompliziert an: gute Straßen, verlässliche Supermärkte, alles ziemlich europäisch -oder eher amerikanisch. Und das Beste mit kleinen Kindern: keine Zeitverschiebung (+1h im Winter). Man landet – und ist einfach da, ohne Kampf gegen den Jetlag.
Direkt am Flughafen haben wir den Mietwagen abgeholt und sind von dort aus gleich in die Winelands weitergefahren. Wir hatten uns für einen SUV entschieden – schlicht aus Platzgründen, mit Koffern, Kinderwagen und allem was dazugehört. Generell ist ein größeres Fahrzeug mit kleinen Kindern auf einer solchen Rundreise sehr empfehlenswert.
| ⚠️ Wichtig zu wissen: Wer mit Baby fliegt: erste Reihe buchen und ein Bassinet reservieren. Das Baby kann dort schlafen – und selbst wenn nicht, hat man eine zusätzliche Ablage, die Gold wert ist. Auch der Fußraum nach vorne bietet viel mehr Platz als in den Reihen dahinter. Unser Flug ab München nach Kapstadt dauerte rund 11 Stunden und war ein Nachtflug – für Familien mit kleinen Kindern ideal, weil die Kinder einfach schlafen. Das Bassinet hat dabei geholfen, den Kleinen bequem hinzulegen, ohne ihn die ganze Nacht im Arm halten zu müssen. |
Unsere Route – sechs Stationen, drei Wochen
| 🗺️ Strecke | 📍 km | ⏱️ Fahrzeit |
| ✈️ Flughafen → Stellenbosch / Winelands | Ca. 37km | ca. 35 min |
| 🍷 Stellenbosch → Swellendam | ca. 200 km | ca. 2 h 40 min |
| 🦌 Swellendam → Garden Route Game Lodge | ca. 125 km | ca. 1 h 30 min |
| 🦁 Game Lodge → Gordons Bay | ca. 295 km | ca. 3 h 20 min |
| 🐧 Gordons Bay → Bloubergstrand → Yzerfontein | ca. 136 km | ca. 1 h 45 min |
| 🌊 Yzerfontein → Kapstadt | ca. 85 km | ca. 1 h 20 min |
Die Angaben sind Richtwerte ohne Pausen.
Stellenbosch & Franschhoek – Ankommen in den Winelands
Nach dem Flug war niemand bereit für Großstadttrubel – und rückblickend war das eine der besten Entscheidungen der ganzen Reise. Die Winelands empfangen einen mit einer Landschaft, die man so nicht erwartet: sanfte Hügel, endlose Weinreben, im Hintergrund Berge, die sich scharf gegen den Himmel abzeichnen. Es ist diese Kombination aus Weite und Geborgenheit, die einen sofort entschleunigt. Wir hatten in Stellenbosch eine Unterkunft und die ersten Tage bewusst ruhig angehen lassen.

Stellenbosch ist eine der ältesten europäischen Siedlungen Südafrikas – gepflegte kapholländische Architektur, breite von Eichen gesäumte Straßen, dazwischen Weingüter und Restaurants. Franschhoek ist kleiner und fast ein bisschen malerischer gelegen – ein Städtchen, durch das man einfach schlendern, Eis essen und die Stimmung aufsaugen kann. Und ganz in der Nähe ist auch der Franschhoek Pass. Die Straßen sind naturgemäß kurvig, die Aussicht dort oben entschädigt aber. Man hat bei gutem Wetter eine tolle Aussicht über die Landschaft und auf die Berge der Region.
Eine Weinprobe haben wir natürlich auch gemacht – in der Familienversion. Ein Glas in der Hand, Blick auf die Berge, ein Kind schläft zufrieden im Kinderwagen, das andere tobt auf dem Spielplatz. Das Leben könnte schlimmer sein.
| ✅ Mit Kindern machbar? Ja. Ruhige Landschaft, viel Platz, entspanntes Tempo – ideal zum Ankommen nach dem Flug. Weinprobe mit Kindern: Viele Weingüter bieten Spielplätze, großzügige Gärten oder Parks und Spielmöglichkeiten für Kinder an, wie beispielsweise Tokara, Vredenheim oder Babylonstoren. Aber eben nicht alle. Am besten vorher online checken. |
Swellendam & De Hoop – die Überraschung der Reise
Swellendam war eigentlich nur als Zwischenstopp gedacht – irgendwo wollten wir auf dem Weg zur Garden Route übernachten, die Fahrt wäre für unseren Geschmack sonst einfach zu lange gewesen. Das Städtchen selbst ist ein nettes, beschauliches Fleckchen. Man braucht keinen langen Aufenthalt, aber es ist mehr als eine reine Schlafstation.
Zudem ist es einer der besten Ausgangslagen, um zum De Hoop Nature Reserve zu gelangen. Das De Hoop Nature Reserve ist eines der beeindruckendsten Naturschutzgebiete Südafrikas, und das merkt man schon bei der Anfahrt: eineinhalb Stunden Schotterpiste (lasst euch nicht von den Zeiten bei google maps täuschen!), Kinder auf der Rückbank, Hitze. Aber dann steht man vor diesen hellen Dünen, dem Meer und einer fast unwirklichen Stille (die Anfahrt schreckt wohl die ein oder anderen Touristen ab) – und versteht sofort, warum sich der Weg lohnt.

Was viele nicht erwarten: De Hoop ist kein reines Strandziel. Im Reserve leben Bontebok, Kap-Bergzebras, Elenantilopen und Strauße – man begegnet ihnen einfach beim Spazierengehen. Dazu gibt es einen Küstenwanderweg, der die Landschaft in ihrer ganzen Breite zeigt, von Dünen über Fynbos bis zur Küste.
Direkt am Strand gibt es auch Unterkünfte – darunter die Morukuru Beach Lodge und die Lekkerwater Beach Lodge. Teuer, aber der Ort ist es wert. Wer die Möglichkeit hat, direkt in De Hoop zu übernachten, sollte das ernsthaft in Betracht ziehen.
Tipp: Eine Nacht in Swellendam reicht. Zwei Nächte, wenn man De Hoop ohne Zeitdruck einplanen möchte.
| ✅ Mit Kindern machbar? De Hoop: ja, aber nur mit Mietwagen (Schotterpiste). Kinderwagen nicht geeignet. Mittagshitze meiden – kein Schatten, starke Sonnenreflexion durch den weißen Sand. Tiere beobachten ist mit etwas Glück unkompliziert möglich – einfach auf den Wegen bleiben. |
Garden Route Game Lodge – endlich Safari
Ich glaube, der Große hat die gesamte Hinfahrt über Tiere geredet. Und dann sind wir angekommen – und es war noch besser als erwartet. Die Garden Route Game Lodge bei Albertinia ist eine der wenigen Lodges in Südafrika, bei denen Kinder unter sechs Jahren auf den Game Drive dürfen, und genau das war für uns das entscheidende Kriterium.

Morgens und abends Pirschfahrt, je rund drei Stunden im offenen Geländewagen – mit der Möglichkeit, früher zurückzufahren, wenn es den Kindern zu viel wird. Das wurde uns versprochen, und es hat gestimmt. Was wir gesehen haben: Nashörner, Elefanten, Löwen, Zebras, Gnus, Giraffen, Hippos. Der Große hat bei jedem Tier laut mitgezählt, immer wieder, mit dieser vollkommenen Begeisterung, die nur kleine Kinder noch so hinkriegen. Für einen Dreieinhalbjährigen spielt es keine Rolle, ob das Reservat 2.000 oder 20.000 Hektar groß ist. Die Augen werden trotzdem genauso groß. Und ehrlich gesagt waren unsere es auch.

Zwischen den Pirschfahrten: Die Lodge selbst ist großzügig angelegt, mit geräumigen Zimmern, einem schönen Pool, „Skelettgarten“ und viel Platz für die Kinder. Die sind hier wirklich willkommen – wir hatten nie das Gefühl, fehl am Platz zu sein. Abends, nach der Pirschfahrt, versammelt man sich am Lagerfeuer. Zum Frühstück sieht man schonmal einen Elefanten vorbeiziehen. Das Essen ist gut, die Atmosphäre entspannt afrikanisch. Es ist einer dieser Orte, an die man sich gerne zurückerinnert.

| ⚠️ Wichtig zu wissen Kinder unter 6 auf Game Drives: Regelung vor der Buchung aktuell bestätigen lassen – das ist Lodge-spezifisch. |
| ✅ Mit Kindern machbar? Ja – eine der wenigen Lodges mit Game Drives für Kinder unter 6. Malariafrei, gut erreichbar, familienfreundlich. |
Gordons Bay – Tide Pools, Pinguine und die herzlichsten Gastgeber
Das Manor on the Bay in Gordons Bay war die Unterkunft, die uns am meisten ans Herz gewachsen ist – und das lag an Jenny und Sebastian. Sie waren sehr aufmerksame und leidenschaftliche Gastgeber. Als sie mitbekommen haben, dass der Große Erdbeeren liebt, stand von da an jeden Morgen eine eigene Schüssel für ihn auf dem Frühstückstisch. Später kamen noch extra für ihn gebackene Schokomuffins dazu.
Was wir so nicht erwartet hatten: Gordons Bay selbst wurde für den Großen zum kleinen Paradies. Direkt am Strand gibt es Tide Pools – natürliche Felsenbecken, die bei Ebbe zurückbleiben und voller Leben sind. Krebse, kleine Fische, mit etwas Glück findet man sogar Seesterne. Er hat dort Stunde um Stunde verbracht, Krebse gejagt, beobachtet, wieder laufen gelassen.

Stony Point – Pinguine mit Überraschungseffekt
Von Gordons Bay aus waren wir in Betty’s Bay bei der Pinguinkolonie Stony Point – einer der nur zwei festlandgebundenen Afrikanischen Pinguinkolonien Südafrikas. Was uns dort sofort überrascht hat: Manche Pinguine warten gar nicht auf den offiziellen Besuch. Sie laufen durch die nahegelegene Ortschaft, stehen schon am Parkplatz – als wären sie das Empfangskomitee. Ehrlichkeitshalber muss man sagen: Der für seine Pinguine bekannte Boulders Beach bei Simon’s Town sieht wahrscheinlich spektakulärer aus, mit den großen Granitfelsen im Wasser und dem türkisfarbenen Meer dahinter. Aber Betty’s Bay ist ruhiger, weniger überlaufen – und der Charme dieser frei herumlaufenden Pinguine hat seinen ganz eigenen Reiz. Direkt nebenan liegt der Harold Porter National Botanical Garden mit Infotafeln und schattigen Fynbos-Wegen.

| ✅ Mit Kindern machbar? Ja. Flacher Weg, Kinderwagen möglich. Pinguine am besten morgens oder spätnachmittags besuchen. Öffnungszeiten beachten! |
Der Clarence Drive nach Hermanus
Ein weiteres Highlight war die „Whaleroute“, der sogenannte Clarence Drive, der in Gordon’s Bay beginnt. Es ist eine Küstenstraße direkt am Meer entlang, rechts die Wellen, links die Berge. Wale haben wir keine gesehen – die Saison war gerade vorbei. Aber die Fahrt war genug: Hier war der Weg das Ziel. Hermanus selbst ist DIE Whalewatching-Hochburg Südafrikas. Zur richtigen Zeit (Juni-November) kann man mit etwas Glück hier sogar Wale von der Küste aus beobachten. Viele Bänke entlang der Küste laden dazu ein, den Blick über das Meer schweifen zu lassen und nach dunklen Schatten im Wasser zu suchen.

Bloubergstrand & Yzerfontein – der lange Atem
Auf dem Weg von Gordons Bay nach Yzerfontein haben wir in Bloubergstrand einen Stopp eingelegt. Der Blick auf den Tafelberg von dort – dieses Postkartenbild, das man von so vielen Kapstadt-Fotos kennt – entsteht genau hier. Ruhiger als Camps Bay, luftiger, und man kann einfach sitzen und schauen.

Yzerfontein selbst war danach bewusst als ruhige Insel geplant: Strand, Luft, Kinder die buddeln. Was wir nicht erwartet hatten: In Yzerfontein laufen einfach Vogelstrauße herum. Am Strand, auf der Straße – die haben Vorfahrt, und das wird mit einer Selbstverständlichkeit akzeptiert, die man als Europäer erstmal verarbeiten muss. In unserer Unterkunft stand eine Gitarre, und der Große hat darauf seine Kindergartenhits rauf und runter geträllert. Manchmal sind die unplanbarsten Momente die schönsten.

Wir haben auch einen Ausflug nach Paternoster gemacht – einem kleinen weißen Küstenort, der fast mediterran wirkt. Wir aßen direkt am Strand zu Mittag, und für einen Moment fühlte sich alles sehr einfach an. Bis wir den Kinderwagen vergaßen. Wir haben es bemerkt, als wir zurück im Ferienhaus das Auto ausgeräumt haben – es war schon später Nachmittag, der Kleine musste schlafen. Also haben wir die Fahrt zurück auf den nächsten Morgen verschoben. Der geplante Besuch im West Coast National Park – der sehr schön und noch wenig überlaufen sein soll – fiel damit leider flach. Was macht man nicht alles.
Kapstadt – und dann war da noch Kapstadt
Kapstadt zum Schluss – und die Stadt hält, was ihr Ruf verspricht. Wir wohnten im SunSquare City Bowl, nahe Bo-Kaap, dem Viertel mit den pastellfarbenen Häusern. Ein typisches Stadthotel, budgetfreundlich und gut gelegen – mit einer schönen Dachterrasse und tollem Blick über die Stadt. Es gibt sicher schönere Unterkünfte in Kapstadt, aber die sind entsprechend teurer. Für uns hat es gepasst. Einfach durch die Straßen laufen (oder den Hop-on-hop-off-Bus nehmen), keine Agenda – das war manchmal das Schönste.
Tafelberg – das Wahrzeichen über der Stadt
Der Tafelberg thront über Kapstadt wie ein stilles Versprechen. Er ist fast immer da – und doch oft nicht zu sehen, weil sich regelmäßig eine weiße Wolkendecke über das Plateau legt, so gleichmäßig und glatt, als würde jemand eine Tischdecke über den Berg werfen. Die Einheimischen nennen das schlicht ‚das Tischtuch‘. Wenn er wolkenfrei dasteht, sollte man die Gelegenheit nutzen – denn das kann sich schnell ändern. Für uns klappte es, und wir sind mit der Seilbahn hinaufgefahren. Mit Baby in der Trage zwei Stunden in der Dezembersonne anstehen – keine Option, also das Expressticket. Den Rundumblick dort oben kann man kaum in Worte fassen: Kapstadt zu den Füßen, die Tafelbucht glitzernd, der Lion’s Head nebenan, die weißen Strände von Clifton und Camps Bay, und am Horizont, dort wo Atlantik und Indischer Ozean aufeinandertreffen, ein Blau, das man so nirgendwo sonst sieht. Der Große rannte sofort zum Rand und wollte alles auf einmal zeigen.

| ✅ Mit Kindern machbar?Ja, mit Seilbahn gut machbar. Expresticket in der Hochsaison empfohlen. Bei Wolken oder Wind kann die Seilbahn geschlossen sein – vorher prüfen. Kein Kinderwagen möglich. |
Kirstenbosch – Botanischer Garten mit Baumwipfelweg
Der Kirstenbosch National Botanical Garden liegt am Osthang des Tafelbergs und ist einer der schönsten Gärten, die wir je besucht haben. Eine beeindruckende Sammlung einheimischer Pflanzen, ein weiter Blick auf den Tafelberg – wenn er nicht gerade in den Wolken hängt – und viel Platz, auf dem Kinder einfach laufen können. Es gibt ein Café mit Kaffee, Süßem und kleinen Mahlzeiten. Perfekt für ein Picknick: Decke mitbringen, ankommen, Zeit vergessen.
Das Highlight ist der Boomslang – ein 130 Meter langer Baumwipfelweg aus Stahl und Holz, der sich wie eine Schlange durch die Baumkronen des Arboretums schlängelt und bis auf 12 Meter Höhe steigt. Von oben hat man einen Blick über den Garten und den Tafelberg, der sich so nirgendwo sonst ergibt. Kein Aufpreis – nur der normale Garteneintritt.
| ✅ Mit Kindern machbar? Ja. Viel Platz, schattig, Café vor Ort. Boomslang ist rollstuhlgerecht, der Weg dorthin im Garten aber steil – mit Kinderwagen schwierig, Trage empfohlen. |
Aquarium & Clay Café
Das Two Oceans Aquarium an der Waterfront war der größte Kindererfolg der Kapstadt-Tage – man geht rein, und zwei Stunden sind einfach weg.
Das Clay Café in Hout Bay haben wir ebenfalls mitgenommen: supersüß, leckeres Essen, Spielplatz und Wiese dabei. Ein Hinweis: Die fertigen Tonfiguren brauchen etwa zwei Wochen zum Brennen. Man kann sie abholen oder gegen Aufpreis nach Deutschland schicken lassen.
Der Südzipfel – Chapman’s Peak & Kap der Guten Hoffnung
Einen ganzen Tag haben wir dem Südzipfel gewidmet: raus über den Chapman’s Peak Drive, Kap der Guten Hoffnung, zurück über Muizenberg. Der Chapman’s Peak schmiegt sich an die Felsen, rechts das Meer, links die Wand aus Stein, vorne immer wieder Kurven und dieses satte Blau des Wassers.

Das Kap der Guten Hoffnung selbst ist ein landschaftliches Highlight – vor allem für die Erwachsenen. Die verschiedenen Strände dort sind (fast) alle bequem mit dem Auto erreichbar, der Blick aufs Meer ist weit und beeindruckend, und es hat etwas Besonderes, an diesem legendären Punkt der Welt zu stehen, wo zwei Ozeane aufeinandertreffen und Seefahrer seit Jahrhunderten die Richtung gewechselt haben. Man spürt die Weite. Der Große fand den alten Leuchtturm am faszinierendsten.


Auf dem Rückweg wollten wir Halt bei einem weiteren bkekannten Postkartenmotiv Kapstadts machen: Muizenberg. Die bunten Umkleidekabinen am Strand und die Bergkette Kapstadts im Hintergrund kennt wahrscheinlich jeder. Aner: Wir sind nicht ausgestiegen. Die bunten Umkleidekabinen sind nett. Der Strand erstreckt sich aber direkt entlang der Straße und man merkt hier, dass oft die Perspektive auf Fotos viel ausmacht – unserer Meinung nach ist der Hype größer als die Realität.
Sicherheit in Kapstadt
Wir haben uns nicht unsicher gefühlt – waren aber bewusst unterwegs: Handys nicht offen in der Hand, kein auffälliger Schmuck, keine Wertsachen sichtbar im Auto, nachts keine unnötigen Fahrten. Mit Aufmerksamkeit und realistischen Erwartungen lässt sich die Kapregion als Familie sehr gut bereisen.
Das andere Südafrika: Apartheid und Alltag
Südafrika gibt sich weltoffen und modern – und das ist es in vielerlei Hinsicht auch. Gleichzeitig merkt man als Reisender: Die Wunden der Apartheid sind nicht verheilt. Man sieht es in den Berufsbildern, wo körperlich schwere oder wenig angesehene Tätigkeiten überwiegend von Schwarzen Südafrikanern übernommen werden. Man sieht es entlang der Landstraßen, wo die Townships direkt am Straßenrand beginnen – eine andere Welt, nur Meter von der Straße entfernt, auf der man gerade mit dem Mietwagen vorbeifährt.
Wir waren in keinem Township. Man kann sie besuchen – geführte Touren gibt es, und viele Anbieter arbeiten direkt mit den Gemeinschaften zusammen. Mit unseren Kindern in diesem Alter fehlte jedoch noch das Verständnis dafür. Aber ignorieren lässt sich das alles nicht. Und vielleicht sollte man das auch nicht.
Fazit: Lohnt sich Südafrika mit Baby und Kleinkind?
Ohne zu zögern: Ja. Der Kleine wird sich an diese Reise nicht erinnern – aber wir werden es für ihn tun. Die Reise war gut machbar und voller Momente, die bleiben. Wer mit kleinen Kindern eine Fernreise plant und sich fragt, ob Südafrika funktioniert: Es funktioniert. Und es lohnt sich.
Familien-Tipps auf einen Blick
Malariafreie Region wählen. Kapregion und Garden Route sind für Familien mit Baby deutlich unkomplizierter als der Krüger.
Linksverkehr einplanen. Die ersten Kilometer bewusst langsam und tagsüber fahren.
Nicht zu viele Stationen. Sechs in drei Wochen war für uns das Maximum.
Fahrzeiten realistisch kalkulieren. Was auf der Karte kurz aussieht, kann mit Kindern, Pausen und Hitze deutlich länger wirken.
Safari kindgerecht wählen. Nicht jede Lodge erlaubt Kinder unter 6 auf Game Drives – vor der Buchung nachfragen.
Kinderwagen und Trage kombinieren. In Städten praktisch, in der Natur ist die Trage die bessere Wahl.
Weniger ist mehr. Ein großes Ziel pro Tag reicht. Alles Weitere ist Bonus.
Was hat die Reise gekostet?
Südafrika ist keine günstige Reise – aber auch keine, bei der man blind ins Unbekannte fliegt. Hier unsere groben Orientierungswerte für drei Wochen zu viert (2 Erwachsene, Baby und Kleinkind):
| Kategorie | Kosten für 2 Erwachsene und 2 Kinder (ca.) |
| Flüge (Economy, Lufthansa ab München, 4 Personen) | ca. 1.900 € |
| Mietwagen (3 Wochen, SUV) | ca. 800 € |
| Unterkünfte (6 Stationen, 3 Wochen) | ca. 2400 € |
| Safari (Garden Route Game Lodge) | ca. 1800 € |
| Gesamt | ca. 6900 € |
FAQ – Häufige Fragen
Ist Südafrika mit Baby empfehlenswert?
Ja – besonders die Kapregion und Garden Route. Wichtig sind eine realistische Route, malariafreie Gebiete und ausreichend Pausen.
Herrscht in Südafrika Linksverkehr?
Ja. Für Europäer ungewohnt, aber gut machbar. Die ersten Kilometer bewusst langsam und tagsüber starten.
Braucht man einen Mietwagen?
Ja, unbedingt. Kindersitze vorab reservieren oder von zu Hause mitnehmen (entweder handgepäcktauglich oder am Check-In-Schalter aufgeben).
Ab welchem Alter dürfen Kinder auf Safari?
Das hängt von der Lodge ab. Die Garden Route Game Lodge bei Albertinia erlaubt Kinder unter 6 – vor der Buchung direkt bestätigen lassen.
Betty’s Bay oder Boulders Beach?
Boulders Beach sieht wahrscheinlich spektakulärer aus – die Granitfelsen im Wasser sind ikonisch. Betty’s Bay punktet mit weniger Andrang und dem Charme der frei herumlaufenden Pinguine direkt in der Ortschaft.
Wie viele Wochen sollte man einplanen?
Drei Wochen für Kapregion, Garden Route und Kapstadt sind ideal. Lieber langsamer reisen und weniger Stationen.
Was genau bei uns im Koffer war, haben wir in unserer Südafrika Packliste für Familien mit Baby und Kleinkind zusammengestellt.
Der Langstreckenflug mit Baby und Kleinkind ist eine eigene Herausforderung – was bei uns wirklich im Handgepäck war, erfährst du in unserem Handgepäck-Guide für Familien.